Info-Tour im Bahnhofsviertel

am .

Bahnhof9web„Heute haben wir viel erfahren und gelernt – und das auf nette Art", mit diesem Resumee sprach ein Teilnehmer der Info Tour von Stadtbürgermeisterkandidatin Gabi Wieland im Aubachviertel am ICE-Bahnhof für die zahlreich interessierten Bürger. Die Tour widmete sich inhaltlich dem ICE-Bahnhof, der Kesselwiese und dem Aubachviertels, dem neuen Stadtteil, der Alt-Montabaur mit Neu-Montabaur verbindet.

Ein Bahnhof auf der grünen Wiese? – Wozu soll das wohl gut sein?

Gabi Wieland ließ die Zweifel der vielen Bürger, als der Bau des ICE-Bahnhofes vorgeschlagen wurde, noch einmal aufleben. Sie erläuterte auch, wie sehr sie das Verhandlungsgeschick des damaligen Landrats und des Bürgermeisters beeindruckt habe. Heute, 15 Jahre später, muss auch der letzte Skeptiker die Erfolgsgeschichte des Bahnhofes anerkennen. Etwa 2500 Fahrgäste nutzen täglich das Reiseangebot der Deutschen Bahn. Und die Wirtschafts- und Dienstleistungsunternehmen im Umkreis zeigen sich zufrieden: Der Standort Montabaur bietet mit seiner verkehrsgünstigen Lage schnelle und unkomplizierte Anbindungen an die nahegelegenen Flughäfen und somit in die ganze Welt. Diesen Vorteil hat auch der größte Investor, die Firma S.K.E.T., bereits vor langer Zeit erkannt: Mittlerweile, so wusste die Wahl-Montabäurerin zu berichten, sind Gebäude für rund 60 Millionen Euro errichtet. Etwa 1500 Arbeitsplätze sind entstanden. Hohe Steuerzahlungen sind Grundlage für den Schuldenabbau der Stadt.

Dabei sind die letzen Kapitel noch gar nicht geschrieben: Derzeit wird ein Factory Outlet Center, kurz FOC, gebaut: Die Rechtslage ist weitgehend geklärt, derzeit scheiden sich die Gemüter noch an der Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage. Und einigen potenziellen Mietern wird noch der Zugang zum FOC Montabaur von dem FOC „Wertheim Village" verwehrt: Für die dortigen Mieter besteht eine Klausel, kein weiteres Geschäft im Umkreis von 150 Kilometern zu eröffnen. Rechtliche Lösungen werden derzeit erörtert. Gespräche mit der Agentur für Arbeit über die Beschäftigung von einigen hundert Arbeitskräften werden bereits geführt.

Das Aubachviertel verbindet ICE-Gebiet mit der Stadt und hat sein Gesicht in letzter Zeit gravierend verändert. Als sogenanntes Mischwohngebiet hat es sich an strenge Auflagen zu halten. Das produzierende Gewerbe hat dort weitgehend keinen Zugang. Doch überall sprießen moderne Bauten in atemberaubendem Tempo aus dem Boden: Hier ist barrierefreies Wohnen besonders gefragt, doch auch zahlreiche Dienstleister, Ärzte, Rechtsanwälte, ein Notar und ein Reisebüro haben hier eine neue Heimat mit überraschenden Besonderheiten gefunden: Einige Gebäude werden mit Eis beheizt. Klingt erst einmal unlogisch, ist aber sehr effizient und umweltschonend.

Natürlich, räumte Wieland ein, gibt es noch einige Schwierigkeiten. Die Verkehrssituation ist derzeit noch ein Problem. Doch das langjährige Stadtratsmitglied zeigt sich überaus zuversichtlich, dass Lösungen geschaffen werden. Die Erfahrungen bislang haben gezeigt, dass die Zusammenarbeit mit Behörden, Kreisverwaltung, Verbandsgemeinde und Stadt reibungslos funktioniert. „Das bestätigen uns immer wieder Bauplaner und Architekten" so Wieland.

Der informative Rundgang endete nahe dem ehemaligen Bahnhof von Montabaur, der zwischenzeitlich ein Schmuckstück geworden ist: Der Besitzer haben alten Charme mit innovativen Ideen perfekt kombiniert. So ist der alte Bahnhof ein erstes Bindeglied zur Innenstadt. Wieland betonte, dass das Neu-Montabaur eine harmonische Einheit mit dem „alten Montabaur" bilden müsse. Dazu seien schon viele Ideen für eine Verbindung zusammengetragen worden. Nun gelte es mit allen Beteiligten Vor- und Nachteile abzuwägen, da z.B. ein Bähnchen den Verkehrsfluss nicht beeinträchtigen dürfe, ein (Kunst-)Wander-Rundweg gut zur Wanderregion passen könnte, E-Busse eventuell zur Kaserne weiterfahren könnten oder Spassmobile zur Nutzung reizen könnten. .

Bahnhof10webZur nächsten Info-Tour, am Dienstag, 6. Mai, um 17 Uhr sind wieder alle Bürger herzlich eingeladen. Treffpunkt: Judengasse. Dann geht es um die Historische Stadtbefestigung: Die Stadtmauer mit Judengasse, Fuhrmannskapellen-Ensemble, Gewölbekeller und den Wolfsturm als schützenswertes Kleinod.