Pflegekammer als Sprachrohr für die Pflegenden

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Die Anzahl alter und hochbetagter Menschen und damit auch die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen wird in den kommenden Jahren steigen. Es wird künftig also noch wichtiger sein, junge Menschen für diesen wichtigen Beruf zu gewinnen und auf Dauer dort zu halten. Um die Attraktivität und die Wertschätzung des Berufes zu steigern fordert die CDU Rheinland-Pfalz die Einrichtung einer Pflegekammer.

Um Argumente für und gegen eine Kammer zu prüfen haben wir von der CDU Landtagsfraktion eine Anhörung mit betroffenen Pflegekräften, mit Vertreterinnen und Vertretern von Trägern und Anbietern von Betreuungs- und Pflegediensten, aber auch mit anderen interessierten Personen organisiert. Impulsreferate gaben Dr. Helmut Müller, DPO Dachverband der Pflegeorganisationen Rheinland-Pfalz, Bernd Meurer (Girod), Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste, Dr. Markus Mai, stellvertretender Pflegedirektor des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Trier.
Die Anwesenden sprachen sich mit großer Mehrheit für die Einführung einer Berufskammer aus. Die Pflegeberufe benötigten dringend ein Sprachrohr, die Kammer werde die Wertschätzung für die Pflege und eine Aufwertung gegenüber anderen medizinischen Berufen voranbringen. Verbesserte Weiterbildungsmöglichkeiten könnten zudem dabei helfen, neue Erkenntnisse der Pflegewissenschaften schneller in die Praxis umzusetzen. Der Landesvorsitzende des Pflegedachverbands DPO, Helmut Müller betonte: "Ein Übermaß an Bürokratie wollen wir nicht". Den in der Pflege Beschäftigten versicherte er, niemand werde wegen der künftigen Mitgliedsbeiträge hungern müssen. Die fälligen Beträge würden sich schätzungsweise auf 50 bis 60 Euro pro Jahr für einen Vollzeitbeschäftigten belaufen.
Skeptisch zu den Kammer-Plänen äußerte sich lediglich der Vorsitzende des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Bernd Meurer. Die Kammer werde nicht die Probleme der Pflege lösen können, warnte der Betreiber dreier privater Altenpflegeeinrichtungen.
Die CDU-Fraktion bedauert, dass zwischen der Zusage von Ministerin Dreyer, die Einrichtung einer Pflegekammer zu prüfen, wieder einige Monate vergangen sind und nun zunächst eine Befragung aller Pflegekräfte in Auftrag gegeben wird.