Neue Tarifstruktur der GEMA

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08-Gema5 -_KopieDie rege Resonanz von rund 100 Vereinsvertretern beim Informationsabend „ Die neue Tarifstruktur der GEMA – Was müssen Veranstalter und Vereine wissen?“ in der Stadthalle Ransbach-Baumbach machte deutlich: Das Thema, zu dem die Landtagsabgeordnete Gabi Wieland eingeladen hatte, traf genau den Nerv der vielen Ehrenamtlichen, die sich um die Zukunft ihrer Vereine wegen eventuell steigender GEMA-Gebühren erhebliche Sorgen machten. Viele der Besucher hatten ihre Informationen vom „Hörensagen“, jetzt wollten sie aus erster Hand wissen, ob sich die Gebühren für Vereinsveranstaltungen wirklich so drastisch erhöhen.
Die Bezirksdirektoren der GEMA, Frank Bröckl und Hans-Werner Sikora, standen zunächst einmal einem Publikum gegenüber, das der neuen Tarifstruktur äußerst skeptisch entgegensah und dies auch entsprechend kundtat. Der Geduld und zahllosen Erklärungen der beiden GEMA-Mitarbeiter war es schließlich zu verdanken, dass die geplante Tarifstruktur 2013 differenzierter gesehen wurde.

Künftig sollen statt der elf Tarifstufen nur noch zwei gelten. Deutschlandweit sind etwa eine Million Veranstaltungen betroffen, die neu bewertet werden müssen. Für Einzelveranstaltungen soll ein vereinfachter Tarif greifen, der zunächst nach der Raumgröße und anschließend von der Anzahl der Eintritt zahlenden Gäste abhängig ist. Bröckl rechnete vor: Bei einer Raumgröße von 100 Quadratmeter und einer Auslastung von 100 Gästen bei einer Eintrittsgebühr von zwei Euro werden für die GEMA 22 Euro fällig. Linear nach Gästen und Raumgröße steigern sich die GEMA-Gebühren. Sikora erklärte, dass kleine und mittlere Veranstaltungen, die nicht primär kommerziell sind, gegenüber den derzeitigen Regelungen deutlich entlastet werden, während er für „hochpreisige“ Veranstaltungen eine angemessene Vergütung, sprich Verteuerung der Gebühren, errechnete. Damit seien 60 Prozent der Veranstaltungen künftig günstiger.

Nachlässe von 20 Prozent werden Vereinen gewährt, die großen Verbänden (Feuerwehr, RKK, DOSB, etc) angeschlossen sind. Wer darüber hinaus mit seiner Veranstaltung soziales, religiöses oder kulturelles Brauchtum pflegt, darf mit einem weiteren Nachlass von 15 Prozent rechnen. Besonders sollten aber alle Veranstalter im Auge behalten: Läuft eine Veranstaltung einmal nicht so wie geplant, es kommen weit weniger Gäste als erwartet, greift eine sogenannte Angemessenheitsprüfung, nach der nicht mehr als 10 % der Einnahmen an die Gema fließen. Sie muss allerdings seitens des Veranstalters beantragt und belegt werden.

Viele der Anwesenden schienen letztlich beruhigter, aber weiterhin sehr skeptisch. Gabi Wieland versprach, die Bedenken der Ehrenamtler und die Sorge um den Erhalt der vielen ehrenamtlich organisierten Veranstaltungen an die Schlichtungsstelle weiterzugeben.