Duale Bildung macht fit für Europa

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Die Berufsbildende Schule Montabaur bietet Auszubildenden eine innovative Zusatzqualifikation: Industriekaufmann/-kauffrau für Europa. Die Landtagsabgeordnete Gabi Wieland, die auch Mitglied im Europaausschuss ist, informierte sich im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern und Lehrern über das innovative Bildungsangebot und die notwendige Unterstützung. Umgekehrt  nutzten die Auszubildenden die Gelegenheit, mit der Abgeordneten Fragen zur EU zu erörtern.
Sachbearbeiter und angehende Führungskräfte, die in der Lage sind, mit ausländischen Geschäftspartnern professionell zu kommunizieren, Geschäfte auch im Ausland anzubahnen  und Geschäfte im globalisierten Markt abzuwickeln sind bei Westerwälder Unternehmen gefragt. Deshalb unterstützen die Ausbildungsbetriebe das Angebot, die klassischen Industriekaufmanns-Lehrinhalte mit Fremdsprachenunterricht, Auslandspraktikum und speziellen europäischen Lerninhalten zu ergänzen. 2 Jahre lang sind vier Wochenstunden in Englisch, Französisch oder Spanisch zu belegen, um an der Fremdsprachekorrespondenten-Prüfung der IHK teilzunehmen. Der Fremdsprachenunterricht wird in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule Westerwald durchgeführt.
Wichtige Erfahrungen können im vierwöchigen Auslandspraktikum gesammelt werden. Durch die Förderung im Rahmen des Programmes Leonardo Da Vinci Mobilität der EU ist es kostenfrei. Die aufwendige Organisation übernimmt die BBS. Über 100 Seiten sind im Antragsformular auszufüllen. Die Förderung muss jedes Jahr neu beantragt werden. Problematisch ist außerdem, dass die Zusagen erst Ende Mai kommen, die Praktikas aber Anfang Juni beginnen. Christoph Braun vom Schulleiterteam, der die Zusatzqualifikation entwickelt hat, weist auf die Bedeutung der Förderung hin. Sie sichert Chancengleichheit dualer Bildung und ist eine Investition in künftige Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft auf dem europäischen und dem weltweiten Markt.
Gabi Wieland war beeindruckt, welche Kenntnisse die jungen Westerwälder über die europäischen Institutionen und den Binnenmarkt hatten.  Besonders interessiert zeigten sie sich bei  den Berichten über Gesprächen in Brüssel mit Vertretern von Beitrittsländern und über Hintergründe des Fiskalpakts.
 „Solche europäischen Bildungsinitiativen sind wesentliche Bausteine für den wirtschaftlichen Erfolg einer stark exportorientierten Wirtschaft und stärken das europäische Bewusstsein junger Menschen“, ist Wieland überzeugt.  Deshalb werde sie sich dafür einsetzen, das Engagement für Förderprogramme auf Landesebene  zu verstärken. “Insgesamt wurden für 2012 rund 23 Mio. Euro an Fördermittel für die duale Bildung in Deutschland durch das Leonardo-Programm  zugesagt. In Rheinland-Pfalz ist das Angebot wenig bekannt und nur wenige Einrichtungen haben Anträge gestellt, deshalb fließen nur 193 T Euro. Im Vergleich mit anderen Bundesländern zeigt sich, welches Förder-Potential rheinland-pfälzische duale Bildung bei einer gezielten Unterstützung bei der Beantragung noch hätte. Hier gilt es Aufbauarbeit zu leisten“, meinte Wieland.