Starker Vertrauensbeweis

am .

Westerwälder Zeitung vom 14.05.2012: CDU-Parteitag: Gabriele Wieland mit 99,3 Prozent wiedergewählt

Westerwaldkreis - Traumergebnis für Gabriele Wieland: Der Parteitag hat die Landtagsabgeordnete aus Montabaur mit 99,3 Prozent der gültigen Stimmen für weitere zwei Jahre zur CDU-Vorsitzenden im Westerwaldkreis gewählt.

Für Wieland stimmten 138 Mitglieder, nur ein Christdemokrat stimmte gegen sie. Ebenso deutlich ist das Ergebnis bei ihren beiden Stellvertretern Andreas Quirmbach aus Dernbach (96,4 Prozent) und Johannes Kempf aus Müschenbach  (90,4 Prozent) sowie Schatzmeister Markus Hoffarth-Righetti aus Niederahr (97,8 Prozent) ausgefallen. Der Bundestagsabgeordnete Joachim Hörster (67) will sich bis zur Sommerpause entscheiden, ob er im kommenden Jahr noch einmal im Wahlkreis Montabaur kandidiert.Insgesamt waren am Samstag 148 der mehr als 2100 CDU-Mitglieder aus dem Landkreis nach Hundsangen in der Verbandsgemeinde Wallmerod gekommen, einem "schwarzen Fleck" in der politischen Landkarte des Landes, in dem die örtliche CDU in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. In der Ollmersch-Halle war bereits deutlich zu spüren, dass Wahlkämpfe bevorstehen: Mit Blick auf die Bundestagswahl 2013 und die Kommunalwahl 2014 zeigte sich die Wäller CDU angriffslustig.

Gabriele Wieland freute sich jetzt zunächst riesig über ihren internen Wahlerfolg: "Das ist für uns Ansporn, die Arbeit der beiden zurückliegenden Jahre fortzusetzen." Alle Themen sollten auch weiterhin offen diskutiert werden. "Unsere Mitglieder sind meist sehr engagierte Menschen in Gesellschaft, Kultur und Kirche mit sehr unterschiedlichen Positionen und Interessen", so Wieland. Kompromisse, die aus den gemischt zusammengesetzten Arbeitskreisen hervorgehen, seien mit Sicherheit tragfähige Entscheidungen. Gerne blickt Wieland jedoch auch auf die zurückliegenden Wahlkämpfe zurück und scheint sich auch auf die kommenden zu freuen: "Julia Klöckner treibt ihre Truppe in Mainz gut voran." Gemeinsam mit ihren Mitstreitern sei die Fraktionsvorsitzende im Landtag sicher in der Lage, Kurt Beck (SPD) im zweiten Anlauf im Amt des Ministerpräsidenten zu beerben.

Zuvor hatte bereits der rheinland-pfälzische CDU-Generalsekretär Patrick Schnieder (MdB) kräftig die Wahlkampftrommel geschlagen: Bei Themen wie Finanzmisere der Kommunen, Nürburgring-Skandal, Justizreform oder Verkehrspolitik ließ Schnieder kein gutes Haar an mehr als 20 Jahren SPD-geführter Landesregierung und zwei Jahren Rot-Grün.

Was die CDU in dem kommenden Jahren im Westerwald plant, stellte der Fraktionsvorsitzende im Kreistag,  Stephan Krempel, gemeinsam mit Landrat Achim Schwickert vor. Dabei hoben die Kommunalpolitiker drei Schwerpunkte hervor. "Bildung ist die Zukunft des Westerwaldes", sagte Krempel. Für Menschen, die in der Region leben wollen, sei eine entscheidende Frage, ob ihre Kinder von Tagesstätte über Schule und Ausbildungsplatz bis hin zur späteren Arbeitsstelle auch eine Zukunft haben.

Der zweite Brennpunkt sei die Infrastruktur. Sowohl die Unternehmen als auch die Arbeitnehmer seien auf eine Vernetzung mit den Ballungsgebieten angewiesen. "Pulsadern" wie ICE-Bahnhof sowie Autobahnen und Bundesstraßen seien ein guter Anfang. Wichtig sei aber, dass diese Verkehrsadern auch flächendeckend gut erreicht werden können. Hinzu komme eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs, wozu das Gespräch mit den großen Verkehrsverbünden um die Region gesucht werde. Zur modernen Infrastruktur zähle auch die "Datenautobahn": "Ein Büro kann heutzutage statt in Frankfurt auch mitten im Westerwald stehen, wenn schnelles Internet vorhanden ist", so Krempel. Als dritte Säule nannte Krempel den Umgang mit dem demografischen Wandel. Wenn die Bevölkerung in den kommenden Jahrzehnten um 20 Prozent zurückgehe und zunehmend überaltere, werde dies alle Lebensbereiche betreffen. Laut Landrat Schwickert stehen die Chancen für den Westerwaldkreis gut, auch in Zukunft alle Investitionen meistern zu können und keine Kassenkredite aufnehmen zu müssen. Einen Seitenhieb Richtung Landesregierung mit Blick auf den kommunalen Finanzausgleich konnte sich der Landrat nicht verkneifen: "Rheinland-Pfalz hat in diesem Jahr 13,5 Prozent mehr Steuereinnahmen, ein Anstieg von 9,2 auf 10,5 Milliarden. Wenn wir davon nichts bekommen hätten, wäre ja in Ordnung. Aber uns wurde auch noch eine Million genommen." Von unserem Redakteur Andreas Jöckel