Wind-Energieanlagen - ja, aber ...

am .

Die Förderung Erneuerbarer Energien ist auch mir ein Anliegen. Windkraft soll künftig in Rheinland-Pfalz einen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Der Westerwald ist hier besonders gefragt. Eine gründliche Information, Planung und Strategie ist notwendig, um Nachteile für Natur und Tourismus, wirtschaftliches Risiko und übersteigerte Erwartungen zu verhindern.

Im Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung heißt es: “Bis zum Jahr 2020 streben wir an, die Stromerzeugung aus Windkraft zu verfünffachen und aus Photovoltaik auf über zwei Twh zu steigern.“ Dabei sollen 2% der Landesfläche für Windenergie genutzt werden. Laut Landesregierung heißt das für den Westerwald: 3.000 MW Windleistung sollen zusätzlich angeschlossen werden, 15 % davon im Westerwald, also 450 MW zusätzliche Windleistung. Dies bedeutet rund 120 neue Windräder. Damit diese Ziele auch erreicht werden, liegt die Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEPIV) inzwischen zur Stellungnahme vor.  Darin wird die Errichtung von Windenergieanlagen forciert und an mehr Standorten als bisher ermöglicht.

Das Land wirbt damit, dass Gemeinden pro (leistungsfähigem) Windrad 100.000 Euro pro Jahr verdienen können. Das hat eine Goldgräberstimmung entfacht. Es ist schwer für eine Gemeinde besonnen abzuwarten und zu prüfen,  während die Nachbargemeinde vorprescht und an der Grenze Windräder errichtet. Die CDU als die Westerwald-Partei und die Kommunalpartei begleitet diese Entwicklung aktiv. Es gilt, umfassend und differenziert zu informieren, zu sensibilisieren und eine nachhaltige und geordnete Entwicklung zum Wohl der Region zu gestalten. Viele Fragen haben wir dabei zu diskutieren:

  • Wie kann die Entwicklung mit Tourismus und Naturschutz vereinbart werden? Wie verhindern wir Verspargelung
  • Wie können Sozialpakte (Gemeinden geben von ihren Pachterlösen einen Anteil ab, damit Kommunen ohne Erlöse auf diese Weise an der Energiewende mitverdienen) durchgesetzt werden?
  • Pro Windrad müssen ca 5 Mio Euro investiert werden, wer kommt als Investor in Frage? Lassen sich Bürger und Kommunen in Genossenschaftsmodelle einbinden?
  • Gibt es Ausgleichsflächen (Flächenbedarf für ein Windrad 0,5 ha), ohne Wald- und Landwirtschaft zu beeinträchtigen?
  • Wie binden wir die aus dem Ausbau der Erneuerbaren Energien resultierende Wirtschaftskraft in der Region?
  • Ist die Investition in energetische Sanierung von Gebäuden nicht der noch wirksamere Klimaschutz?
  • Was nutzen immer mehr Wind- und Solaranlagen, wenn die Speichermöglichkeit nicht geschaffen wird – lässt sich dann überhaupt eine Rendite erzielen? Und wer investiert in den nötigen Netzausbau?
  • Macht die Beteiligung an einem Energiewerk, das sich nicht auf Netzbetrieb beschränkt, sondern als Energieproduzent tätig ist, Sinn?

Ürigens: Wussten Sie

  • Dass sich 1882 im Deutschen Reiches 18901 Windmühlen drehten – dann stutzte ihnen die Erfindung der Dampfmaschinen die Flügel.
  • Dass Anfang des 20. Jhrds kleine Windräder zur Erzeugung von Elektrizität und zum Pumpen von Wasser in den USA millionenfach verbreitet waren.
  • Dass Ende der 70er Jahre 4 % des Forschungsetats in Sonne, Wind und Co flossen, 60 % in Atomkraft.
  • Am 7.12.1990 ein CDU-Antrag zum Stromeinspeisegesetz die Abnahme von Windenergie sicherte.
  • Noch 2005 das SPD-geführte Wirtschaftsministerium dem Umweltministerium die Durchführung eines Offshore-Windenergie-Workshops verbietet.