Die Idee von Europa weitertragen

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CDU-Neujahrsempfang in Siershahn mit Dr. Werner Langen

Europas Zukunft stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfanges des CDU-Kreisverbandes und Ortsverbandes Siershahn. Dr. Werner Langen, Mitglied des europäischen Parlamentes, erklärte auf anschauliche Weise die gegenwärtig angespannte Lage auf unserem Kontinent.

CDU-Ortsvorsitzender und Bürgermeister Alwin Scherz begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste, darunter die stellv. Bezirks-Vorsitzende, Marion Krätz-Klein, Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Ortseifen, die ehemalige Landtagsabgeordnete Ulla Schmidt sowie die Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Gabi Wieland. Diese untermauerte mit Erich Kästners Gedicht „Jahresbeginn“ ihre Ziele für das gerade begonnene Jahr. Die Konsolidierung der Haushalte liege ihr dabei besonders am Herzen. „Wir müssen den Menschen klar machen, dass wir nicht immer mehr kostenlose Leistungen vom Staat erwarten können, die unsere Kinder als Schuldenberg vererbt bekommen.“ appellierte sie eindringlich. Sie ist sicher: „Es stehen noch unbequeme Diskussionen an, doch diese müssen mit Blick auf die Zukunft geführt werden.“ Den Westerwaldkreis sieht Wieland dabei auf einem guten Wege, weil der kommunale Haushalt vergleichsweise vorbildlich sei und es viele ansässige Firmen mit Mut, Tatkraft und Zuversicht geschafft haben, der Wirtschaftskrise zu trotzen. Diese Einstellung brauchen wir, so Wieland, auch im gesellschaftlichen und politischen Bereich“.

Den Westerwaldkreis mit seinen weltweit agierenden Unternehmen nannte auch Dr. Langen als Vorbild in Deutschland. „Und Europa“, so der das Mitglied im Wirtschafts- und Währungsausschuss weiter, „ist wiederum für Deutschland ein Gewinn.“ 29 neue Gesetze will das europäische Parlament zur Regulierung und Reformierung auf den Weg bringen. Transparenz und Meldepflichten, Risikobewertung und eine Kontrolle für die Börsenvorgänge genießen darin eine hohe Priorität.

Trotz Krise sieht Langen Europa mit einer zentralen Währungspolitik und der nationalen Wirtschafts- und Finanzpolitik so stark wie nie zuvor. Kritisch nahm er die Situation in den angeschlagenen Ländern, allen voran Griechenland aber auch Spanien, Portugal und Irland, ins Visier. Herbe Kritik allerdings übte der Parlamentarier auch an Deutschland und Frankreich, die als erste Länder den 1996 beschlossenen Wachstums- und Stabilitätspakt gebrochen hatten.

Zu amerikanischen Rating-Agenturen meinte Langen: „Da werden führende Wirtschaftsländer in Europa mal eben heruntergestuft, um letztlich die Wirtschaftskraft der Amerikaner hochzuhalten.“ Denn gerade der stabile Euro habe sich als weiteres Zahlungsmittel neben dem US-Dollar weltweit etabliert und genieße weltweit ein hohes Ansehen. Unbeirrt von den derzeitigen Problemen verfolgt er den Gedanken an ein geeintes Europa weiter und forderte abschließend aktive Mitarbeit, um die Idee und das politische Modell in den Herzen der jüngeren Generationen zu verankern.

Musikalisch wurde der Empfang von dem Trompetenduo „Trombe Sonanti“ untermalt. Marc Leonardi und Jörg Stäcker überzeugten mit klassischen und modernen Stücken. Ebenso wie der Gastredner Dr. Werner Langen wurden sie mit lang anhaltendem Applaus belohnt.