Leitstelle Montabaur erhalten

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DILS Montabaur webie Einsatzleitstelle des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Montabaur soll nach Plänen der Landesregierung nach Koblenz verlagert und mit der dortigen Einsatzleitstelle gebündelt werden. Darüber sind die Westerwälder CDU- Landtagsabgeordneten Gabi Wieland und Ralf Seekatz und der CDU Bundestagsabgeordnete Dr. Andreas Nick nicht nur beunruhigt, sie reagieren entsetzt auf das Vorhaben und forderten zusammen mit dem Leiter der DRK-Einsatzleitstelle Montabaur, Hubertus Sauer, den Erhalt. 
Ralf Seekatz hat außerdem einen Antrag für den Innenausschuss des Landtages eingebracht.
Die integrierte Leitstelle (ILS) in Montabaur ist schon jetzt eine der größten im Land und für knapp 630 000 Menschen zuständig. 150 000 nicht polizeiliche Alarmierungen pro Jahr gehen dort aus den Landkreisen des Westerwaldes, dem Rhein-Lahn-Kreis, dem Kreis und Neuwied und aus Altenkirchen ein. Sie ist zuständig für 27 Rettungswachen, 55 DRK-Ortsvereine, 475 Feuerwehreinheiten und vier Verbände des Technischen Hilfswerkes (THW). 28 Einsatzkräfte, davon sind sechs bis sieben in ständigem Einsatz, koordinieren die Alarmierungen. Die ILS ist erst vor wenigen Jahren mit drei Millionen Euro vom Land, dem Kreis und dem DRK aufwendig modernisiert worden. Im Falle einer Zentralisierung müsste in Koblenz erneut ein Neubau mit erheblichem Mehraufwand, die Leitstellen sollen alle einheitlich eingerichtet sein, geplant werden. Muss der Westerwald damit erneut für die Kosten aufkommen? Landrat Achim Schwickert kann den Landesplänen nicht folgen, verärgert fragt er: „In gutem Glauben haben wir die ILS in Montabaur nach neuesten Standards eingerichtet, warum soll das jetzt auf einmal überworfen und neue, aus meiner Sicht sinnlose Kosten produziert werden?“
Mit dem neuen Konzept des Landes soll die Zahl der Leitstellen in Rheinland-Pfalz von acht auf fünf gesenkt werden. Der Standort Montabaur soll aufgelöst werden, die Koordination der Alarmierungen künftig von Koblenz aus erfolgen. Das halten die Politiker sowie Sauer für falsch. Sie bemängeln, dass der neue Standort dann für 1,2 Millionen Menschen in einem großen Gebiet zuständig wäre und damit annähernd doppelt so groß wie die anderen Standorte (Trier, Ludwigshafen, Kaiserslautern, Mainz). Viel zu groß, um im Notfall angemessen reagieren zu können, durch die Zentralisierung wäre Koblenz künftig für 53 Rettungswachen und 290 000 Einsätze im Jahr zuständig. Das erscheint Hubertus Sauer mit Blick auf Einsatztätigkeiten der Mitarbeiter nur schwer vorstellbar. Er erklärt: „Für die Einsatzkräfte in der Leitstelle ist die lokale Ortskenntnis von unschätzbarem Wert. Die Alarmierung und die Planung der Einsätze funktioniert umso besser, je näher der Bezug zu den Einsatzorten ist.“ Ralf Seekatz hadert zudem damit, die Bevölkerung durch die Umstrukturierung zu verunsichern: „Warum wird die bewährte Arbeit der ILS grundlos in Frage gestellt? Die besonderen Gefahrenpotentiale durch die Autobahn A3 und den ICE-Abschnitt Köln-Frankfurt sind offensichtlich in die Überlegungen gar nicht eingeflossen.“
Das Vorgehen der Landesregierung ist aus Sicht der CDU-Politiker mehr als fragwürdig. Bislang wurde dem Konzept keine offene Machbarkeitsstudie, also ein Gutachterauftrag, vorgelegt; es gibt keine offene Diskussion zur Größe und Fläche der Rettungsdienste, zu deren Zuschnitt und zur Anzahl der Leitstellen. Warum plant die Landesregierung hinter verschlossenen Türen zu Zeiten ärztlicher ländlicher Notversorgung weitere Verlagerungen in sogenannten Oberzentren (Oberzentren werde Orte genannt, die neben dem Grundbedarf auch spezifischen Bedarf decken und über infrastrukturelle Dienstleistungsangebote wie Fachkliniken, Theater und Behörden und Fachhochschulen verfügen)? Die Verlagerung von knapp 30 Arbeitsplätzen bedeute eine weitere Schwächung für den ländlichen Bereich, so Gabi Wieland. Außer müsse die geplante Einbindung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes mitberücksichtigt werden.