Auf ein Bier! Zu Gast bei Gabi

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Die Premiere ist gelungen: Gabi Wieland, Landtagsabgeordnete, traf sich mit dem Westerwälder Landrat, Achim Schwickert, und dem Redaktionsleiter der Westerwälder Zeitung, Markus Müller, und vielen Interessierten in der Bierklause in der Alten Viehweide in Helferskirchen zu einem Kneipenabend der besonderen Art Bier. „Auf ein Bier. Zu Gast bei Gabi“ ist eine neue Gesprächsreihe, bekannte und interessante Menschen aus der Region näher und anders kennenzulernen.
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Locker vom Hocker plauderten die drei aus dem Nähkästchen, für die Zuhörer war es mehr als nur amüsant. Vor allem weil der eigens gegründete Projektchor „Cäcilia 1839" aus Helferskirchen die zahlreichen Pointen immer wieder musikalisch unterstrich. Ein Abend, der nicht nur von den Protagonisten sondern vor allem von den Fragen der Anwesenden, auf einem Bierdeckel aufgelistet, lebte.

Schon lange hatten Wieland, Alexandra Marzi und Harald Orthey die zündende Idee, die jetzt umgesetzt werden konnte. Sonnen- und Schattenseiten des jeweiligen Berufsstandes kamen ebenso zur Sprache wie regionale Anliegen wie Breitband- oder Arztversorgung.

In seiner eher kargen Freizeit hält Schwickert es, manchmal zum Leidweisen seiner Familie, wie Loriot: „Ich will nur hier sitzen“ und meint damit die heimische Couch. Und wenn dann die Gartenarbeit ruft, rutscht Schwickert auch gerne noch mal ein Stückchen tiefer, die Arbeit in der Botanik macht ihm keinen großen Spaß. Doch wenn große Freizeit, also Urlaub, angesagt ist, blüht Schwickert beim Campingurlaub auf.

Für den eher unmusikalischen Müller ist es bis heute ein Rätsel, warum seine Kinder, zwei spielen Trompete, eines Posaune, so musikalisch sind. Seine Tochter hat es gar bis zum Bundesentscheid gebracht. Für Müller ein Buch mit sieben Siegeln, er hat sogar eine „amtliche Beglaubigung“ seitens seines Ortbürgermeisters, Müller lebt in Heilberscheid, dass er fürs Singen wohl nicht zu gebrauchen ist. Übrigens haben beide sehr unterschiedliche Vorstellungen, was sie auf eine einsame Insel mitnehmen würden: Dem Pragmatiker Schwickert wäre ein Schiff (für die Rückfahrt) sehr wichtig, während Müller die Ruhe eines solchen Ortes zum Arbeiten einer Kiste mit unerledigten Sachen nutzen würde. Und sofort lacht: „Wahrscheinlich wären sie aber auch noch unerledigt, wenn ich die Insel verlasse.“

Deutlich bekennen sich die drei, Wieland, Schwickert und Müller, zu ihrer Westerwälder (Wahl)-Heimat. Wieland als gebürtige Schwäbin schätzt die hügeligen Waldlandschaften. Müller die saftigen Wiesen im Gelbachtal (dort betätigt er sich als Hobby-Schäfer) und Schwickert mag die Kraft des Fleckchen Erde, wo es ihn immer hinzieht. Der Westerwald steht im bundesweiten Vergleich sehr gut da. Und doch gibt es noch einiges zu tun, wie Schwickert klar stellt. Im Bereich der Breitbandversorgung gilt es, sich sogenannter weiße Flecken zu entledigen. Der behindertengerechte Ausbau der Krankenhäuser hat noch viel Luft nach oben, wie auch Müller, der ein Examen als Krankenpfleger besitzt, aus seiner Erfahrung zu berichten weiß. In den 79er- und 80er Jahren, als die Krankenhäuser im Westerwald entstanden sind, gab es diese Schwerpunktsetzung noch nicht.

Als kulinarische Liebhaber outen sich die drei, nach der nicht zu widerstehenden Versuchung gefragt. Während Müller gutem Essen allgemein sehr zugetan ist, sagte Schwickert bei seinem Amtsantritt vor acht Jahren: „Flips“. Heute erweitert er auf „Flips, Gummibärchen, Rumpsteaks, ….“ Ein „Nein“ akzeptiert Wieland sich selbst gegenüber bei Mon cheri nicht.

Politische Kuriositäten nahmen Klaus Hardy und Peter Müller musikalisch auf die Schippe: Ihr Brückensong handelt von einer Brücke bei Niederahr, die zu eng gebaut wurde. Die darunter hergehende zweispurige Umgehungsstraße sollte Verkehrsentlastung bringen, jetzt aber wird der bauliche Fehler eher zu einem Verkehrshindernis.

Regionalbewusstsein verbanden alle Kneipenbesucher. Als der Projektchor Ulrik Remys Lied „Ich komm‘aus dem Westerwald!“ anstimmt, singen alle begeistert mit, bevor der Chor mit dem Helferskirchenlied den offiziellen Teil des Abends beendet.

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