Gymnasien nicht benachteiligen

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Auch an Westerwälder Gymnasien gibt es verstärkte Kritik an der Einstellungspraxis der Landesregierung für Gymnasial-Referendare. So meldeten vielfach Direktoren und Referendare, aber auch der Philologenverband, dass es zum kommenden Schuljahr kaum mehr Planstellen für Gymnasien gebe. Nun liegen die Antworten auf eine Kleine Anfrage (Drs. 17/300) der CDU-Landtagsfraktion vor. Dabei zeigt sich, dass die Befürchtungen der Gymnasien bewahrheiten, bei den Einstellungen dieses Jahr weitgehend übergangen zu werden. Im Vergleich zu den vorangegangenen Schuljahren brechen die Einstellungszahlen an den Gymnasien regelrecht ein. Es muss mit einem Rückgang von über 50 Prozent gerechnet werden.

Bis Mai gab es an den Gymnasien landesweit nur 49 reguläre Einstellungen. Bis zum Beginn des neuen Schuljahres werden kaum noch Stellen hinzukommen. Nach Aussage der Landesregierung wird - von den 250 zu erwartenden Planstellen - die Mehrzahl den Gesamtschulen zugeteilt werden.

Das bedeutet konkret, dass an Gymnasien viele frei werdende Stellen nicht mehr besetzt werden. Als direkte Folge müssen die Schüler mit einem spürbaren Unterrichtsausfall rechnen. Die Erklärung des Ministeriums ist nicht stichhaltig: Der Rückgang der Schülerzahl an Gymnasien entspricht lediglich 2 Prozent aller Gymnasialschüler und ist daher nur ein Scheinargument.

Wer zusätzliche Stellen für die Oberstufen der Gesamtschulen braucht, darf deshalb die Gymnasien nicht ausbluten lassen. Schüler haben auch an Gymnasien ein Recht auf Unterricht –  mit dieser Einstellungspolitik aber kann eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung nicht erreicht werden.