Drei Orte - ein Markttag

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Der rollende Dorfmarkt versorgt gerade kleine Ortschaften mit frischen Waren des täglichen Bedarfs. Das freut die Bewohner, denn oftmals ist der Weg zur nächsten Einkaufsmöglichkeit mit erheblichen Umständen verbunden. Kann aber ein rollender Dorfmarkt zugleich zu einem Treffpunkt für Jung und Alt sein? In das dörfliche Geschehen integriert und anerkannt werden? Er kann, wie das Beispiel der Orte Alsbach, Sessenbach und Wirscheid zeigt.

Die Landtagsabgeordnete Gabi Wieland besuchte in Begleitung von Wolfgang Zirfas vom CDU-Gemeindeverband Ransbach-Baumbach den rollenden Dorfmarkt an verschiedenen Standorten und war von beidem, der Einkaufsmöglichkeit auf vier Rädern und dem Engagement „drumherum“ sehr angetan.

Die Infrastruktur in den kleinen Westerwalddörfchen ist ähnlich, ein Dorfladen nicht rentabel. Gemeinsam wurde nach Lösungsansätzen gesucht und mit dem rollenden Dorfmarkt gefunden. Doch die Bürgermeister Christine Klasen (Wirscheid), Rudi Hoppen (Sessenbach) und Ralf Scheyer (Alsbach) wollten mehr: Die Einkaufsmöglichkeit sollte ein Mittelpunkt , ein fester Bestandteil, im dörflichen Alltagsleben werden. Und so öffnen in allen drei Orten jeden Donnerstag die Dorfkaffees, eine willkommene und gerne angenommene Gelegenheit zum gemütlichen Plausch. Die Dorfkaffees werden auf ehrenamtlicher Basis betrieben.

Gerade im „Haus Leni“ in Sessenbach geht es hoch her. Die Instandsetzung und Renovierung des Hauses, das der Gemeinde Sessenbach gehört und künftig als Treffpunkt für Jung und Alt dienen soll, ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Der guten Stimmung jedoch tut dies keinen Abbruch.

Lange bevor die Marktwagen anrollen, stehen die Menschen beieinander. Es wird gelacht und erzählt, Neuigkeiten „fliegen“ hin und her. Doch kaum kurvt der rollende Dorfmarkt um die Ecke, formieren sich die Wartenden. Es gibt Wurst, Fleisch, Backwaren, Käse und frisches Obst und Gemüse. Nach getanem Einkauf geht es zurück ins Haus Leni: Die Menschen freuen sich auf Kaffee und Kuchen, manchmal noch mehr auf ein gutes Gespräch. Wichtig war den Ortsvorständen, dass der rollende Dorfmarkt für die Marktbetreiber rentabel ist. Dem ist offensichtlich Rechnung getragen, denn durch die begrenzte Einkaufszeit in jedem Ort, bleibt der Einsatz überschaubar. Gabi Wieland war voll des Lobes: „Es ist schön zu erleben, mit welch pfiffigen Ideen dörfliche Gemeinschaft aktiv betrieben werden kann. Wieder ein Beispiel das zeigt, dass im Westerwald ohne große Schlagzeilen und Förderprogramme durch Engagement und Gemeinschaftssinn nachhaltig das Zusammenleben verbessert wird.

Selbst die mitgebrachten Hunde scheinen von dem Konzept überzeugt. Einmütig liegen sie auf dem eigens eingerichteten „Sessemicher“ Hundeparkplatz beieinander und teilen sich den Futternapf.