Gemeinschaftspraxis im Gewerbegebiet - ein Modell für die Zukunft

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Der Ärztemangel nimmt besonders auf dem Land dramatisch zu - pragmatische Lösungen sind gefragt. Die Zahnarztpraxis Dr. Susanne Friedrich und Dres. Joachim und Johannes Schmidt haben sich gegen den landläufigen Trend entschieden: Mitten im Zahnaerzte Schmidt Friedrich HundsangenGewerbegebiet von Hundsangen eröffneten sie eine ultramoderne Zahnarztpraxis und zeigen sich mehr als zufrieden.

Grund genug für die Landtagsabgeordnete Gabi Wieland, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wallmerod, Klaus Lütkefedder, stellv. Kreisvorsitzende Jenny Gros und Mitglieder des CDU-Gemeindeverbandes Wallmerod, den Zahnärzten mal auf den sprichwörtlichen „Zahn“ zu fühlen. Dr. Joachim Schmidt ließ es sich gefallen und lud zu einem informativen Rundgang durch die Praxis ein: Acht Behandlungszimmer, technisch und hygienisch mit den höchsten Standards ausgestattet; je ein zeitgemäßer Empfangs- Warte-, Röntgen- und Laborbereich machen den Weg zur Erhaltung der Mundgesundheit für Patienten, Zahnärzte und Personal wesentlich komfortabler.

„Komfortabel“, so Schmidt, „ist für unsere Patienten allerdings auch die Lage der Praxis.“ Per Auto, das, wen man auf dem Land wohnt, meist verfügbar ist, ist die Anfahrt entspannt, Parkplätze liegen direkt und unentgeltlich quasi vor der Wartezimmertür. Das erleichtert unter anderem auch enorm die Anfahrt von pflegebedürftigen und bettlägerigen Patienten, die dann in der barrierefreien Praxis behandelt werden können. Dr. Schmidt erläuterte auch, dass gerade im ländlichen Raum die Zukunft in solchen Gemeinschaftspraxen liege. Die Vertretung ist wesentlich erleichtert, aufwendige Investitionen können gemeinsam getätigt werden und die Bereitschaft ist leichter zu regeln.

Die Patienten kommen aus einem großen Umkreis, die Zahnärzte machen jedoch auch Hausbesuche in Alten- und Pflegeheimen, mit denen sie einen Vertrag abgeschlossen haben. Doch genau da liegt die Crux der Sache: Der wesentlich höhere Zeitaufwand, die Bereitschaft zum Hausbesuch auch zu ungewöhnlichen Zeiten wird – trotz der neuen Zusatzvergütung für Altenheim-Verträge – eh nicht adäquat vergütet. Da aber diese in die Budgetobergrenze eingerechnet wird, kommt es leicht zu nachträglichen Streichungen. „ Bei Erstellung des Systems“, so erklärt Schmidt, wurde eine Verdienstobergrenze geschaffen, um auch anderen Zahnärzten eine Niederlassungsberechtigung zu geben. Wer als Zahnarzt über diese Verdienstobergrenze kam und kommt, dem werden die Leistungen ersatzlos gestrichen.“ Allerdings ist es seit einigen Jahren so, dass die Zahl der niedergelassenen Zahnärzte stetig abnimmt und die Zahl der zu behandelnden Patienten zu. Es entsteht ein Strudel mit gegensätzlicher Wirkung: Die Zahnärzte arbeiten mehr, obwohl sie die letzten Monate eines Jahres nur wenig oder nichts mehr verdienen.“ Das ist betriebswirtschaftlich desaströs, die Alternative wäre, Patienten die notwendige Behandlung zu verwehren – doch das entspricht nicht der Berufsethik der Hundsänger Zahnärzte.

Das Problem konnten die politischen Vertreter nachvollziehen und Gabi Wieland versprach, das Anliegen den Abgeordneten des Berliner Gesundheitsausschusses nahezubringen.