Für Organspende sensibilisieren

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Am 6. Juni ist Tag der Organspende. Dies nimmt die Landtagsabgeordnete Gabi Wieland (CDU) zum Anlass, erneut auf die Bedeutung der Organspende hinzuweisen.

Gabi Wieland: „Ich halte es für unverzichtbar, dass in unserer Gesellschaft eine breite Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende erfolgt. Natürlich bleibt es eine höchstpersönliche Entscheidung, ob sich jemand für oder gegen die Organspende entscheidet. Aber die Grundlagen für eine solche Entscheidung sollten möglichst früh vermittelt werden. Junge Menschen sollten bereits in den Schulen so früh wie möglich und altersgemäß für die persönlichen Entscheidungen bei der Organspende ab dem entsprechenden Alter sensibilisiert werden. Dies könnte beispielsweise durch einen Intensivmediziner im Rahmen des Religions- bzw. Ethikunterrichts oder auch des Biologieunterrichts geschehen."

Die Situation im Bereich der Organspenden, so Wieland, sei auch in Rheinland-Pfalz noch immer besorgniserregend. Offensichtlich wirke sich der Vertrauensverlust, der aufgrund der Manipulationen bei der Vergabe von Organspenden in deutschen Transplantationszentren eingetreten ist, immer noch negativ auf die Bereitschaft zur Organspende aus. Die rückläufige Entwicklung der Anzahl postmortaler Organspender hat auch 2014 angehalten (2009: 59, 2010: 86, 2011: 67, 2012:49, 2013: 47 und 2014: 44). Und auch im ersten Quartal 2015 zeichnet sich keine Trendwende ab. Die Anzahl der Organspender pro 1 Mio. Einwohner ist mit 11 weit von dem angestrebten Wert von 20 entfernt. Auch diese Zahl ist gegenüber den Vorjahren weiter zurückgegangen.

„Das alles sind Alarmsignale, die wir nicht ignorieren dürfen" betont Wieland. Die Abgeordnete weist darauf hin, dass sich die im Landtag vertretenen Fraktionen 2014 in einem fraktionsübergreifenden Antrag dazu bekannt hätten, neues Vertrauen in Organspende und Organtransplantation aufzubauen. Nun sei es die Aufgabe der Landesregierung, Maßnahmen umzusetzen. „In Deutschland sterben täglich Menschen, weil sie nicht schnell genug ein Spenderorgan bekommen. Das können wir nur gemeinsam ändern. Die Organspende in das Bewusstsein der Bevölkerung zurückzuholen, ist gerade jetzt wichtiger denn je."