Keine Chance für Intoleranz

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Toleranz und Freiheit sind zentrale christliche Werte. Deshalb distanziere ich mich - wie die ganze CDU - von homophoben Äußerungen wie sie ein CDU-Ortbürgermeister geschrieben hat. (Er hatte in Facebook die Abschaffung der Strafbarkeit von gelebter Homosexualität vor 20 Jahren bedauert.) Auch wenn er betont, dass dies eine private Meinungsäußerung war, muss er mit den Konsequenzen leben. Dass die Abschaffung des § 175 StGB nicht mehr strafbar ist, ist wichtig und richtig. Dies hat auch Marcus Klein für die CDU-Landtagsfraktion im Landtag verdeutlicht: http://www.marcus-klein.info/2012/12/17/rede-175-stgb/ 

Sven Heibel ist bereits aus dem JU-Landesvorstand abgewählt worden. Weitere disziplinarische Maßnahmen der CDU werden folgen. So wird der Gemeindeverband über einen Ausschluss aus der Fraktion entscheiden. Auch der CDU-Landesverband und die Landesvorsitzende haben sich bereits deutlich distanziert.

Thorsten Ferdinand hat einen passenden Kommentar in der Westerwälder Zeitung (13.06.2014, S. 17) veröffentlicht: „Die homophoben Äußerungen des CDU-Politikers Sven Heibel machen betroffen. Wer in der heutigen Zeit den Eindruck erweckt, dass er eine Haftstrafe für Menschen mit homosexueller Neigung für angebracht hielte, ist wahrlich nicht in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts angekommen. Da können die Formulierungen des kürzlich abgewählten Ortsbürgermeisters von Herschbach noch so unglücklich und missverständlich gewesen sein – sie sind einem demokratisch legitimierten Volksvertreter einfach nicht würdig. Trotz vieler verbaler Entgleisungen in den Reaktionen im Internet macht der Fall aber auch Hoffnung. Denn er zeigt deutlich, dass Intoleranz in unserer Gesellschaft keine Chance mehr hat. Etliche Facebook-Nutzer haben Sven Heibel sofort nach seiner Veröffentlichung die rote Karte gezeigt. Und auch die CDU als große Volkspartei hat keinen Zweifel daran gelassen, dass sie derartiges Gedankengut nicht unterstützt. Die Mehrheit der Bewohner unseres Landes ist davon überzeugt, dass jeder Mensch sein und leben darf, wie er will. Und das ist – um es mit den Worten von Klaus Wowereit zu sagen – auch gut so."