Ziel ist Mehrgenerationendorf

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Aritkel in der Westerwälder Zeitung vom 16. April 2013:
Hübingen. Kommunikation und Mobilität sind die beiden Kernbereiche, wenn es gilt, dem demografischen Wandel in Dörfern zu begegnen. Dieses Resümee zogen die Teilnehmer eines Abends der Zukunftswerkstatt Demografie der CDU Westerwald unter Leitung von Landtagsmitglied Gabi Wieland in der Buchfinkenlandhalle Hübingen.

Zum Einstieg stellten die beiden Ortsbürgermeister von Hübingen und Gackenbach, Wilfried Noll und Hans Ulrich Weidenfeller die Ergebnisse einer Befragung der älteren Bürgerinnen und Bürger in ihren beiden Gemeinden vor: Alle Einwohner über 55 hatten einen Fragenbogen erhalten. Die Rücklaufquote betrug in beiden Gemeinden rund 50 Prozent. Von den Teilnehmern leben 21 alleine, 50 gaben an, keine weiteren Familienangehörigen vor Ort zu haben. Hilfe wollten die meisten (142) am liebsten von der Familie bzw. Freunden annehmen, ansonsten von Pflegediensten oder Einrichtungen (90). Nur 29 Personen wollen auf Nachbarn und Bekannte bei konkretem Pflegebedarf zurückgreifen.
Der überwiegende Teil ist gerne bereit, eine kleine Aufwandsentschädigung für Unterstützungsleistungen wie Fahrten oder Haushalts-/Gartenhilfe zu bezahlen. An Angeboten wünschten sich die befragten Bürgerinnen und Bürger vor allem Treffs und Ausflüge sowie Fahrdienste. Mehr als zwei Drittel möchten auch im Alter im eigenen Haus/ in der eigenen Wohnung bleiben, 63 planen das Wohnen in einer betreuten Wohnanlage, 53 Personen im Seniorenheim und 27 Teilnehmer möchten am liebsten bei den Kindern wohnen.

In einer regen Diskussion wurde deutlich, dass sich auch Gemeinden wie Hübingen und Gackenbach mit wenig Leerständen und geringem Bevölkerungsrückgang auf veränderte Strukturen einstellen müssen. Wenn Kinder wegziehen, die Geburten weniger werden und das Alter der Bevölkerung steigt, müssen Möglichkeiten geschaffen werden, dass Ältere sich selbst versorgen können. Dazu sei die Busfahrt - vielleicht in einem Bürgerbus in Kooperation verschiedener Gemeinden - zum nächsten Arzt oder zur Einkaufsmöglichkeit genauso wichtig wie der Dorftreff, bei dem auch Kontakte für Hilfsmöglichkeiten geknüpft werden können. Oft wären auch Beratungsangebote z.B. des VdKs zur barrierefreien Wohngestaltung nicht bekannt oder werden erst zu spät wahrgenommen.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass das große Plus der Dörfer ein starkes Vereinsleben ist. Dieses ehrenamtliche Engagement werde in Zukunft noch bedeutsamer. Denn dadurch würden Kinder und Jugendliche an den Ort gebunden, Neubürger gliedern sich ein, und Ältere haben Ansprechpartner. Genauso wichtig werde es künftig sein, noch mehr zu kooperieren – zwischen Vereinen und Einrichtungen, aber auch zwischen den Gemeinden. Gackenbach und Hübingen im Buchfinkenland sind dabei auf gutem Wege, so die Teilnehmer des Abends. Gabi Wieland zollte abschließend im Namen aller Teilnehmer ein Lob an die beiden Bürgermeister, die sich mit viel Engagement dem Ziel des „Mehrgenerationendorfes" annehmen.