Ahnen ignoriert WW-Studium

am .

Die ADG Business School auf Schloss Montabaur bietet ein staatlich anerkanntes duales Studium in Montabaur. Westerwälder Unternehmen nutzen das Angebot, um Fachkräfte auszubilden und zu halten. Für die Region ist es ein wichtiger Baustein, um jungen Bürgern eine Perspektive für eine berufliche Zukunft im Westerwald zu ermöglichen. Umso unverständlicher erscheint es, dass das rheinland-pfälzische Bildungsministerium nicht bereit ist, das Westerwälder Angebot mit in der Dachmarke „Duale Hochschule Rheinland-Pfalz" zu bewerben.

Die Landtagsabgeordnete Gabi Wieland hatte Bildungsministerin Doris Ahnen gebeten, einen Hinweis auf den Studiengang in das (mit Steuergeldern finanzierte) Werbekonzept aufzunehmen. Die Ministerin zeigte in ihrem Antwortbrief keine Bereitschaft dazu, da das Studium nicht kostenfrei  und an die Steinbeis Universität mit Sitz in Berlin angekoppelt sei. Für Axel Kehl, Vorstandsvorsitzender der Akademie Deutscher Genossenschaften von Schloss Montabaur ist die Begründung „sehr an den Haaren herbeigezogen". Die Gebühren würden häufig von den Unternehmen übernommen. Vorstellungen des Ministeriums (kostenloses Studium) seien offensichtlich wichtiger, als eine Orientierung an den Bedürfnissen der jungen Menschen und Unternehmen. Mit Landrat Achim Schwickert, der das Angebot mit initiiert hat, ist er sich einig: „Wenn schon das Land den Menschen im Westerwald kein entsprechendes Angebot machen kann, sollte es doch froh sein, wenn dies aufgrund privater Initiative entsteht."

Dass nun in Schulen, in den Medien, im Internet und bei Veranstaltungen für Angebote dualer Studiengänge in Rheinland-Pfalz informiert und geworben wird, ohne auf die heimatnahe Möglichkeit aufmerksam zu machen, ist für Gabi Wieland ein echter Nachteil für die Fachkräftesicherung und Imagepflege in der Region:"Vielfach wird Eigeninitiative gefordert, um dem demografischen Wandel zu begegnen und Bildungschancen im ländlichen Raum zu erhöhen; hier wird sie bewusst behindert."