Leseabend mit A. Held begeistert

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Annegret Held - KopieEine gemütliche Atmosphäre, eine temperamentvolle Schriftstellerin, eine Weltklasse-Gitarrist, das waren die Zutaten für einen Lese- und Gesprächsabend im ausverkauften Amateurtheater die oase in Montabaur.
Die Landtagsabgeordnete Gabi Wieland hatte gemeinsam mit der Buchhandlung am Rathaus die in Pottum geborene Schriftstellerin Annegret Held zu einer Lesung aus ihrem neuen Roman „Apollonia“ nach Montabaur eingeladen.
Ziel sei es, so Wieland in der Begrüßung, die Tradition von Treffs nach Weihnachten wieder zu beleben, mit  guter Unterhaltung zu zeigen, wie Kunst und Kultur unsubventioniert in der Provinz lebt und auch für das Stöbern und den Kauf in den Buchhandlungen vor Ort zu werben.
Ein eingespielter Fernsehbeitrag stellte das bewegte Leben der Annegret Held, ihr vielfach ausgezeichnetes und verfilmtes Werk und den Werdegang ihres neuen Romans vor, bevor sie die erste Passage vortrug. Schnell nahmen die Erzählungen aus dem Leben der eigensinnigen Großmutter die Zuhörer mit auf eine Erinnerungsreise. Auch Nicht-Westerwälder freuten sich über die humorvollen, bildreichen Schilderungen, die viel an die Erzählungen der eigenen Großeltern erinnerten. Da ging man noch zum „Gottesacker“ und sah das Grab der „losledigen“ Tante. Doch liebevolle Heimatidylle unterlegte Held authentisch mit Berichten von Arbeitslosigkeit und Erlebnissen aus der NS-Zeit.  
Besondere Lacherfolge erntete Held mit den Passagen über das erste unbeholfene, himmelhochjauchzende Verliebtsein von Apollonias Enkelin Marie in den amerikanischen Soldaten Jim. Zuvor hatte David Dyakov mit virtuosem Gitarrensolo für Beifallsstürme gesorgt. Der 18jährige in Koblenz lebende Bulgare hat in diesem Jahr bereits mehrere internationale Gitarrenwettbewerbe gewonnen.
„Schade, dass es schon vorbei ist“, sprach eine Zuhörerin laut aus, was viele dachten. Das Angebot, noch im Gespräch und beim Signieren von Büchern mit Annegret Held den Abend ausklingen zu lassen, wurde rege genutzt.